1. Allgemeines

1.1 Startberechtigung

1.2  Saison

1.3  Stationen

1.4  Ligen

1.4.1  Auf- und Abstieg

1.5  Transpersonen

2. Routenbau

2.1  Start

2.2  Zone

2.3  Top

2.4  Griffe, Volumen und Struktur

2.5  Konsistenz

2.6  Technische Zwischenfälle

3. Boulderbegehung

3.1  Startposition

3.2  Beendigung eines Versuchs

3.2.1  Erfolgreiche Begehung

3.2.2  Nicht erfolgreiche Begehung / Fehlversuch

3.3  Hilfsmittel und Verhalten

3.4  Blutverletzungen

4. Boulderwertung

4.1  Flash-Wertung

4.2  Top-Wertung

4.3  Zonen-Wertung

4.4  Null-Wertung

4.5  Sonderwertung

5. Ergebniserfassung

5.1  Zeitraum

5.2  Vertrauensbasis

6. Regelverstöße

6.1  Wettkampfleitung

6.2  Ahndung bei Regelverstößen

7. Rangliste

7.1  Multiplikator

7.2  Gesamtrangliste

7.2.1  Streichergebnis

7.3  Stationsrangliste

8. Saisonfinale

8.1  Teilnahmeberechtigung

8.2  Meldung und Nachmeldung

8.3  Modus

8.4  Halbfinale

8.4.1  Zeitraum

8.4.2  Wertung und Ergebniserfassung

8.4.3  Ergebnisüberprüfung

8.5  Top 6-Finale

8.5.1  Besichtigung

8.5.2  Ablauf je Boulder

8.5.3  Regelverstöße

8.5.4  Wertungen und Endergebnis

9. Abweichung während laufender Saison

10. Regionalliga

10.1  Saison

10.2  Startklassen

10.3  Auf- und Abstieg

10.4  Ergebniserfassung

10.5  Multiplikator

10.6  Finale

11. Deutschland Cup

11.1  Qualifikation

11.2  Isolation

11.3  Top 6-Finale

11.4  Gesamtwertung

Boulder Bundesliga
Regelwerk

Grau ist alle Theorie: Das offizielle Regelwerk der Boulder Bundesliga gibt es hier zum nachlesen und als Download (Stand Juli 2026).

1. Allgemeines

Die Boulder Bundesliga ist eine Boulderliga auf nationaler Ebene in Deutschland. Die Teilnehmenden treten in der Einzelwertung an und sammeln im Laufe der Saison an verschiedenen Austragungsorten Punkte für die Gesamtwertung. Im abschließenden Saisonfinale werden daraufhin die Sieger in jeder Liga ermittelt.

1.1 Startberechtigung

Die Teilnahme ist ab einem Alter von 7 Jahren gestattet. Grundvoraussetzung ist eine Online-Registrierung über die offizielle BoBuLi App oder die Web-App unter https://boulder-bundesliga-app.web.app. Die Anmeldung zum Wettkampf ist ab dem Zeitpunkt der Veröffentlichung des jeweiligen Wettkampfes bis einen Tag nach Ablauf des letzten Spieltages möglich. Darüber hinaus ist eine Registrierung jederzeit und für alle möglich.

1.2 Saison

Eine Saison geht über die Dauer von maximal einem Jahr und besteht i.d.R. aus 13 Stationen, die aufeinander an verschiedenen Austragungsorten folgen. Die genaue Anzahl der Stationen wird im jeweiligen Saisonplan vor Saisonbeginn festgelegt. Die Saison endet offiziell mit dem Finale aller Ligen. Die genauen Austragungsorte und Termine sind in der Regel vor Saisonstart bekannt. Änderungen einzelner Stationen – etwa hinsichtlich Ort, Termin oder Anzahl – bleiben vorbehalten und werden zeitnah kommuniziert.

1.3 Stationen

Als Austragungsorte der einzelnen Stationen dienen jährlich wechselnde Boulderhallen, welche gleichmäßig in Deutschland verteilt sind. Für eine Dauer von 6 Wochen haben die Teilnehmenden die Möglichkeit, die Boulder einer Station zu lösen.

1.4 Ligen

Innerhalb der Boulder Bundesliga gibt es die Ligen 1. Liga Herren & Damen, 2. Liga Herren & Damen sowie 3. Liga Herren & Damen. Die einzelnen Ligen unterscheiden sich im Schwierigkeitsgrad der Boulder. Zu jeder Station gibt es 15 Boulder je Liga im entsprechenden Schwierigkeitsgrad. Bei der erstmaligen Teilnahme an der Boulder Bundesliga obliegt die Auswahl der Liga (1., 2. oder 3. Liga) den einzelnen Teilnehmenden, wobei nur in einer Liga gestartet werden darf. Die Wahl der Liga ist bis zum Erfassen der ersten Resultate und unter Berücksichtigung der Regelungen unter 1.4.1 Auf- und Abstieg jederzeit möglich.

1.4.1 Auf- und Abstieg

Ziel dieser Regelung ist es, eine gerechte Zuordnung der Liga an das Leistungspotential der jeweiligen Teilnehmenden zu gewährleisten. Ein Wechsel der Liga ist mit dem Beginn einer neuen Saison unter den unten angeführten Bedingungen möglich. Dabei werden die Ergebnisse der zuletzt bestrittenen Saison herangezogen. Der zwingende Aufstieg bzw. der optionale Abstieg verfällt nicht, wenn eine Saison ausgelassen wird.

Aufstieg

In der 2. & 3. Liga Startberechtigten ist es freigestellt, zum Saisonende in eine höhere Liga zu wechseln. Die je sechs Bestplatzierten der 2. & 3. Ligen steigen automatisch in die nächsthöhere Liga auf und sind in ihrer bisherigen Liga für ihre nächste Saison nicht startberechtigt (Aufstieg ist zwingend). Darüber hinaus ist ein Aufstieg aus der 2. & 3. Liga ebenso zwingend, wenn die Teilnehmenden mindestens drei Stationen besucht haben und eine Begehungsrate (Top oder Flash) von mindestens 95 Prozent unter allen Bouldern ihrer Liga erzielten. Boulder möglicher Streichergebnisse und die Boulder aus dem Finale werden nicht gezählt.

Abstieg

Ein Abstieg ist nur möglich, wenn mindestens drei Stationen besucht wurden. Ein Wechsel in die nächstniedrigere Liga ist nur dann möglich (Abstieg ist optional), wenn eine Begehungsrate (Top oder Flash) von maximal 40 Prozent unter allen eingetragenen Bouldern der aktuell gewählten Liga erzielt wurde. Auch hier werden die Boulder möglicher Streichergebnisse nicht gezählt.

In begründeten Ausnahmefällen – etwa bei längerer Verletzung oder Krankheit (i.d.R. mindestens 6 Monate), Schwangerschaft oder anderen unverschuldeten Umständen, die einen erheblichen Leistungsabfall verursacht haben – kann ein Abstieg auch bei einer Begehungsrate oberhalb der genannten Grenze beantragt werden. Der Antrag ist über das Kontaktformular auf boulder-bundesliga.de an die Wettkampfleitung zu richten und mit entsprechenden Nachweisen zu belegen. Die Genehmigung liegt im Ermessen der Wettkampfleitung.

1.4.2 Manipulation der Auf- und Abstiegsregelung

Das absichtliche Unterbieten der eigenen Leistung – etwa durch bewusst minimale Teilnahme an Stationen oder das Auslassen von Bouldern – mit dem Ziel, die Auf- und Abstiegsregelung zu umgehen, gilt als Regelverstoß. Die Wettkampfleitung behält sich vor, auffällige Ergebnismuster zu prüfen. Bei festgestellter Manipulation gelten die Maßnahmen gemäß 6.2.

1.5 Transpersonen

Transpersonen sind in der Boulder Bundesliga herzlich willkommen. Im Breitensport machen wir keine Vorgaben und orientieren uns an den Regelungen anderer Sportfachverbände. Im Spitzenbereich – konkret bei einer Platzierung oder angestrebten Platzierung unter den Top 20 der 1. und 2. Liga sowie den Top 10 der 3. Liga – sind wir besonders zur Fairness gegenüber allen Teilnehmenden verpflichtet. Betroffene Athlet*innen melden sich in diesem Fall direkt bei der Wettkampfleitung. Gemeinsam wird eine faire Lösung für alle Beteiligten gesucht.

2. Routenbau

Alle zu einer Route gehörenden Griffe haben die gleiche Farbe. Diese ist durch den Startgriff bzw. das Startschild definiert. Alle erreichbaren Volumen dürfen, sofern nicht auf der Startbeschilderung ausgeschlossen, genutzt werden. Ein Boulder sollte darüber hinaus möglichst ohne Einschränkungen auskommen. Ausnahmen wie z.B. „ohne Kante, Topout, ohne Volumen“ etc. sind auf dem Startschild zu vermerken.

2.1 Start

Jeder Boulder besitzt einen klar definierten Start für die Hände. Die Startposition ist durch die Beschilderung mit der entsprechenden Bouldernummer gekennzeichnet. Zusätzliche Startpositionen für die Füße sind lediglich im Finale vorgesehen und werden entsprechend gekennzeichnet. Ist ein Volumen mit einem Startschild versehen, darf das Volumen sowie alle Griffe mit der der Route entsprechenden Farbe, welche auf das Volumen geschraubt sind, für die Startposition genutzt werden. Ist ein auf ein Volumen geschraubter Griff als Start markiert, muss dieser Griff für die Startposition gehalten oder sicher berührt werden. Außer die als Start definierten Griffe dürfen keine anderen Griffe oder Volumen zum Erreichen der Startposition mit den Händen berührt werden. Lässt sich bei der Einnahme der Startposition das Berühren des Volumens, auf das ein Startgriff geschraubt ist, oder das Berühren von Blockergriffe nicht vermeiden, wird dies nicht als Fehlversuch gewertet, solange die nicht als Start markierten Strukturen nicht aktiv genutzt werden. Das Berühren der Wand an sich ist erlaubt.

2.2 Zone

Jeder Boulder hat einen klar definierten Zonen-Griff (Griff oder Volumen). Dieser ist mit einem Zonen-Schild markiert und dient zur Differenzierung von Teilnehmenden mit ähnlichem Leistungsniveau. Die Position der Zonen-Wertung wird vom Routenbauer bestimmt. Nur in Ausnahmefällen darf die Zonen-Wertung ausfallen.

2.3 Top

Jeder Boulder besitzt einen klar definierten Top-Griff für beide Hände oder im Falle eines Ausstiegs eine dafür vorgesehene Zone. Ein Top-Griff ist durch ein Top-Schild markiert. Ein geforderter Ausstieg ist auf dem Startschild vermerkt oder durch Top-Out-Bereiche deutlich.

2.4 Griffe, Volumen und Struktur

Als Griffe zählen alle nicht dauerhaft angebrachten Elemente der Wand außer Volumen. Als Volumen zählen nicht dauerhaft angebrachte Elemente der Wand, die über Schraublöcher (i.d.R. mit M10-Gewinde) zum Anbringen weiterer Griffe verfügen. Elemente, die Volumen ähneln, jedoch nicht über Schraublöcher verfügen, müssen am Startschild als Volumen vermerkt werden, wenn sie genutzt werden sollen. Als Strukturen gelten dauerhafte Elemente der Wand; sie dürfen jederzeit berührt werden, auch vor dem Start. Alle Griffe einer Farbe definieren die Route.

2.5 Konsistenz

Der Boulder sowie die Bedingungen auf dem Startschild dürfen über die gesamte Zeit des Wettkampfes nicht verändert werden. Ist es nötig, Teile des Boulders (Griffe, Volumen) zu ersetzen, muss dies unter Einhaltung der vorherigen Bedingungen geschehen. Ist dies nicht möglich, wird der Boulder aus der Wertung genommen. Sollte ein Boulder aus der Wertung genommen werden müssen, so wird nach Möglichkeit ein Boulder ähnlichen Multiplikators in der Wertung verdoppelt, um die erreichbaren Punkte einer Station nicht zu schmälern.

2.6 Technische Zwischenfälle

Bricht oder löst sich ein Griff während eines laufenden Versuchs, wird der Versuch nicht gewertet. Der Griff wird schnellstmöglich ersetzt. Handelt es sich um einen Flash-Versuch, kann dieser wiederholt werden. Im Saisonfinale wird die Zeit beim Auftreten eines technischen Zwischenfalls gestoppt. Die betroffene Person setzt ihren Versuch mit der verbleibenden Zeit fort, sobald der Zwischenfall behoben ist. Weitere Entscheidungen bei technischen Zwischenfällen im Finale obliegen im Einzelfall der Wettkampfleitung.

3. Boulderbegehung

3.1 Startposition

Ein Versuch gilt als begonnen, wenn jeder Teil des Körpers den Boden verlassen hat. Dies gilt auch für Versuche, bei denen kein Startgriff berührt wurde (Achtung: Laufstarts!).

Nach dem Abheben vom Boden ist zunächst die markierte Startposition kontrolliert einzunehmen (ruhende Position). Sind die Startgriffe nicht vom Boden aus erreichbar, ist ein Sprung an die Startgriffe erlaubt. Volumen, die nicht als Startgriffe markiert sind, dürfen vor Einnahme der Startposition mit den Händen nicht genutzt werden. Für die Füße gilt diese Einschränkung nur, wenn zusätzliche Startmarkierungen für die Füße vorhanden sind – in diesem Fall dürfen nur die markierten Positionen genutzt werden. Ohne Fußmarkierungen sind die Füße in der Startposition frei. Es ist erlaubt, einen Startgriff zunächst zu doppeln und erst nach dem Abheben zum zweiten Startgriff zu greifen. Erst nach eingenommener Startposition darf eine weitere Kletterbewegung erfolgen oder ein anderer Griff berührt werden.

Vor dem ersten Versuch dürfen die Teilnehmenden ausschließlich die markierten Startgriffe und die Wand mit den Händen berühren sowie Trittpositionen testen – jedoch ohne dabei den Boden mit beiden Füßen zu verlassen.

3.2 Beendigung eines Versuchs

Folgende Formen zählen als Versuch und sind ausschlaggebend für die erreichte Wertung am Boulder (vgl. 4. Boulderwertung).

3.2.1 Erfolgreiche Begehung

Ein Versuch wird als erfolgreich angesehen, wenn die Teilnehmenden…

  • (a) den markierten Top-Griff mit beiden Händen gleichzeitig halten oder berühren und dabei eine stabile, kontrollierte Position einnehmen, oder
  • (b) eine stehende Position auf dem Boulder erreicht haben (Ausstieg).

Die Kontrolle des Top-Griffes gilt als nachgewiesen, wenn die Bewegung zum Griff hin aktiv abgebremst und eine stabile Position gehalten wird. Ein bloßes Antippen oder Schlagen des Top-Griffes ohne Kontrolle gilt nicht als erfolgreiche Begehung.

3.2.2 Nicht erfolgreiche Begehung / Fehlversuch

Der Versuch gilt als nicht erfolgreich, wenn die Teilnehmenden das markierte Top des Boulders nicht mit beiden Händen kontrolliert halten oder, falls vorgesehen, keine stehende Position auf dem Boulder erreichen (vgl. 3.2.1 Erfolgreiche Begehung).

Als Fehlversuch gilt weiterhin…

  • (a) das Berühren von Griffen oder Volumen des Boulders mit den Händen vom Boden oder von einem anderen Boulder aus, die nicht als Startgriffe zählen,
  • (b) eine nicht korrekt eingenommene Startposition (vgl. 3.1 Startposition),
  • (c) die Benutzung von Griffen oder Kanten, die nicht zum Boulder gehören (vgl. 2. Routenbau),
  • (d) die Benutzung von leeren Schraubenlöchern in der Wand, die für das Anbringen der Griffe vorgesehen sind (in der Regel M10-Gewinde),
  • (e) die Benutzung des Seitenendes oder der Oberkante der Kletterwand, sofern dies nicht ausdrücklich erlaubt ist, sowie
  • (f) das Berühren des Bodens mit irgendeinem Körperteil während eines laufenden Versuchs.

3.3 Hilfsmittel und Verhalten

Die Verwendung von Chalk ist gestattet. Das Auftragen von Spucke oder Saliva auf Griffe oder die Hände ist nicht erlaubt. Das Hinterlassen von Chalk-Rückständen auf Griffen im Rahmen normaler Boulderbegehung gilt nicht als Regelverstoß. Im Finale ist das Setzen von Markierungen nicht gestattet.

3.4 Blutverletzungen

Teilnehmende mit blutenden Verletzungen dürfen keinen Versuch beginnen oder fortsetzen, solange die Verletzung nicht versorgt ist. Es liegt in der Eigenverantwortung aller Teilnehmenden sicherzustellen, dass kein Blut auf Griffe oder die Wand gelangt. Kontaminierte Griffe müssen vor weiteren Versuchen gereinigt werden.

4. Boulderwertung

An jedem Boulder können die Wertungen Flash, Top, Zone und Null erzielt werden. Ausschlaggebend ist der zuletzt kontrolliert gehaltene Griff und die Anzahl der Versuche (vgl. 3.2 Beendigung eines Versuchs).

4.1 Flash-Wertung

Eine Flash-Wertung ist erreicht, wenn der Boulder im ersten Versuch erfolgreich durchstiegen wird, d.h. der Top-Griff mit beiden Händen kontrolliert gehalten oder berührt wird oder eine stehende Position in der Ausstiegszone eingenommen wird. Eine Flash-Wertung bringt 1.2 Punkte. Routensetter*innen, die am Wettkampf beteiligt sind, können an den von ihnen geschraubten Bouldern keine Flash-Wertung, jedoch eine Top- oder Zonen-Wertung erzielen.

4.2 Top-Wertung

Eine Top-Wertung ist erreicht, wenn der Boulder ab dem zweiten Versuch erfolgreich durchstiegen wird, d.h. der Top-Griff mit beiden Händen kontrolliert gehalten oder berührt wird oder eine stehende Position in der Ausstiegszone eingenommen wird. Eine Top-Wertung bringt 1.0 Punkte.

4.3 Zonen-Wertung

Eine Zonen-Wertung ist erreicht, wenn der Zonengriff mit mindestens einer Hand kontrolliert gehalten oder berührt wird. Ein Antippen des Zonengriffes ohne Kontrolle (z.B. schnelles Hochgreifen beim Abfallen) bringt keine Zonen-Wertung. Eine Zonen-Wertung bringt 0.3 Punkte.

4.4 Null-Wertung

Wenn ein Boulder nicht begangen wurde, bringt dieser 0 Punkte.

4.5 Sonderwertung

Bestimmte Boulder dürfen eine Sonderwertung haben (z.B. doppelte oder dreifache Wertung). Ist es nicht möglich, eine Zone zu definieren, darf diese Wertung entfallen. Beides ist auf dem Startschild entsprechend deutlich zu vermerken.

5. Ergebniserfassung

Die Ergebniserfassung beruht auf dem Fair-Play-Gedanken und der Eigenverantwortung aller Teilnehmenden. Der Einsatz von Wettkampfrichter*innen ist außer zum Saisonfinale im regulären Betrieb nicht vorgesehen. Die Grundlage ist ein fairer Umgang.

5.1 Zeitraum

Für die Erfassung der Ergebnisse ist jede teilnehmende Person eigenständig verantwortlich. Die Ergebnisse sind bis spätestens 24 Uhr am letzten Tag des sechswöchigen Wettkampfzyklus einer Station einzutragen. Eine Verbesserung der Wertung ist im genannten Zeitraum jederzeit möglich. Eine Erfassung der Ergebnisse nach Ablauf dieser Frist ist nicht mehr möglich. Die Wettkampfleitung wertet alle eingetragenen Ergebnisse aus; auffällige Ergebnisse können geprüft werden.

5.2 Vertrauensbasis

Grundlage der Boulder Bundesliga ist das gegenseitige Vertrauen und die Ehrlichkeit aller Teilnehmenden. Das korrekte Einhalten der Regeln liegt in erster Linie in der Eigenverantwortung der Teilnehmenden. Wir weisen ausdrücklich darauf hin, dass Unehrlichkeit spätestens beim Vorentscheid im Finale auffallen wird (Videoaufzeichnung und erforderliche gegenseitige Kontrolle). Auch wenn man sich in den Tabellen mit anderen vergleicht, so bouldert man stets gegen – oder besser für sich selbst. Ein Betrug richtet sich immer gegen die eigene Leistung. Wem Unregelmäßigkeiten oder Regelverstöße anderer auffallen, meldet diese bitte den Organisierenden (via Kontaktformular oder an info@boulder-bundesliga.de).

6. Regelverstöße

6.1 Wettkampfleitung

Bei strittigen Regelfragen oder Regelverstößen sind entsprechende Schiedsrichter*innen zu befragen. Die verschiedenen Instanzen in der Rangfolge ihrer Priorität sind:

1. die Boulder Bundesliga Organisation GmbH,

2. benannte Schiedsrichter*innen,

3. Hallenbetreiber*innen / Personal der Boulderhalle sowie

4. Teilnehmende des Wettkampfes, insofern sie unbeeinflusst vom entsprechenden Regelverstoß sind.

6.2 Ahndung bei Regelverstößen

Bei Regelverstößen entscheidet im Einzelfall die Wettkampfleitung über eine eventuelle Strafe oder Disqualifikation, die sich an der Schwere des Verstoßes bemisst. Regelverstöße sind u. A.:

1. falsch eingetragene Ergebnisse,

2. Manipulation von Bouldern,

3. unsportliches Verhalten zum Wettkampf oder im Webportal,

4. Verstöße gegen die jeweilige Hallenordnung oder

5. Behinderung anderer Teilnehmender.

Entsprechende Maßnahmen sind:

1. Verwarnung,

2. Rückstufung von Einzelergebnissen,

3. Streichung von Einzelergebnissen,

4. Punktabzug,

5. Streichung der Ergebnisse einer gesamten Station,

6. Ausschluss aus der laufenden Saison sowie

7. Ausschluss aus mehreren Saisons im Ermessen des Schiedsgerichts.

 

7. Rangliste

Die erreichte Wertung (Flash=1.2, Top=1.0, Zone=0.3) jedes einzelnen Boulders ist für die Gesamt- und Stationsrangliste relevant. Zusätzlich wird der relative Schwierigkeitsgrad jedes Boulders mit Hilfe eines Multiplikators abgebildet.

7.1 Multiplikator

Für die Gewichtung von leichten und schweren Routen wird der Multiplikator M eines Boulders wie folgt definiert:

M = 2 – Anzahl der erfolgreichen Begehungen / Wettkampfteilnehmende einer Station

Der Multiplikator hat einen Wert zwischen 2 (der Boulder hat keine Begehung) und 1 (alle Teilnehmenden begehen den Boulder). Dieser wird auf die zweite Nachkommastelle gerundet. Sollte ein Boulder für mehrere Ligen verwendet werden, so wird sein Multiplikator getrennt für die entsprechenden Ligen berechnet.

7.2 Gesamtrangliste

Jede Liga hat ihre eigene Rangliste und dient damit dem Vergleich unter den Teilnehmenden. Die Gesamtpunktzahl ergibt sich aus der Addition der erreichten Wertungen (0, 0.3, 1.0 oder 1.2 Punkte) nach Verrechnung mit den zugehörigen Multiplikatoren der Boulder und einer möglichen Sonderwertung (z.B. doppelte Punktzahl). Die Gesamtpunktzahl wird auf die zweite Nachkommastelle gerundet. Die Reihenfolge der Platzierungen ergibt sich durch die Gesamtpunktzahl in absteigender Form.

7.2.1 Streichergebnis

Nach Beendigung aller Stationen einer Saison werden die zwei Stationsergebnisse mit der niedrigsten Punktzahl nicht gewertet (gestrichen). In Ausnahmefällen können auch mehr oder weniger Streichergebnisse festgelegt werden.

7.3 Stationsrangliste

Für die Stationsrangliste werden nur die Ergebnisse von Bouldern der jeweiligen Station berücksichtigt. Ansonsten gilt der gleiche Modus wie unter 7.2 Gesamtrangliste.

8. Saisonfinale

Nach Beendigung aller Stationen einer Saison findet abschließend das Saisonfinale statt, in dem die Sieger der aktuellen Saison ermittelt werden.

8.1 Teilnahmeberechtigung

Für das Finale der Boulder Bundesliga qualifizieren sich alle Teilnehmenden, die nach Beendigung aller Stationen der Saison eine Platzierung unter den Top 150 erreicht haben. Zugrunde liegt die Reihenfolge anhand der bis dahin erreichten Gesamtpunktzahl unter Berücksichtigung möglicher Streichergebnisse in absteigender Form (vgl. 7. Rangliste).

8.2 Meldung und Nachmeldung

Die Startberechtigung wird den Teilnehmenden zusätzlich nach Ende der letzten Station via Mail bekanntgegeben. Für einen Start im Finale ist eine Rückmeldung zwingend erforderlich. Startplätze, die in bekanntgegebener Frist nicht in Anspruch genommen wurden (keine Rückmeldung oder Absage eingegangen), stehen Nachrückenden in der Reihenfolge ihrer Platzierung zur Verfügung, jedoch höchstens bis zu Platz 170.

8.3 Modus

Das Saisonfinale besteht aus einer Qualifikation (alle Ligen) sowie dem Top 6-Finale (1. & 2. Liga). Die abschließenden Platzierungen der 3. Ligen stehen somit nach dem Halbfinale fest. Ein zusätzliches Halbfinale für die Top 20 der ersten Liga wird angestrebt und wird je nach Möglichkeiten am Austragungsort umgesetzt.

8.4 Halbfinale

8.4.1 Zeitraum

Das Halbfinale hat den Charakter einer verkürzten Bundesliga-Station. Dazu haben die Teilnehmenden über eine Dauer von drei Stunden Zeit, an maximal zehn Bouldern Punkte zu sammeln. Die Organisierenden behalten sich vor, den Vorentscheid in mehrere Gruppen je Liga zu teilen, welche zeitlich versetzt starten. Ist dies der Fall, wird die Zuordnung in die Gruppen vorher zur Wahl gestellt oder gelost. Der gewährte Zeitraum wird anhand der Anzahl an Finalist*innen für jede Liga separat festgelegt und spätestens 24 Stunden zuvor bekanntgegeben.

8.4.2 Wertung und Ergebniserfassung

Die Boulderwertung entspricht den Bestimmungen aus 4. Boulderwertung mit höherer Gewichtung. Die Gewichtung orientiert sich an der Anzahl der in die Gesamtwertung einfließenden Stationen. Bei beispielsweise 9 aus 13 Stationen beträgt die Gewichtung das Neunfache. Somit können hierbei die Wertungen Flash (10,8 Punkte), Top (9,0 Punkte) oder Zone (2,7 Punkte) je Boulder erreicht werden. Wie auch zu einer regulären Station wird die Schwierigkeit eines Boulders über dessen Multiplikator abgebildet (vgl. 7.1 Multiplikator). Die erreichte Punktzahl je Boulder errechnet sich dabei aus dessen Multiplikator multipliziert mit der erzielten Wertung. Die Teilnehmenden erfassen ihre Ergebnisse selbst auf ihren Laufzetteln und müssen, sofern nicht anders vorgesehen, für jede eingetragene Wertung eine Zeugin oder einen Zeugen benennen. Die Organisierenden behalten sich vor, einen Teil oder alle Boulder des Halbfinales durch Schiedsrichter*innen sowie Videoaufzeichnungen zu überwachen. Nach Beendigung der Vor-Final-Phase sind alle Laufzettel umgehend abzugeben. Die Abgabefrist endet spätestens 5 Minuten nach Ablauf des Vorentscheids. Die erreichten Punkte aus dem Vorentscheid werden zur Gesamtpunktzahl der aktuellen Saison addiert und ergeben die Abschlusstabelle für alle, die nicht ins Top 6-Finale einziehen (siehe 8.5 Top 6-Finale).

8.4.3 Ergebnisüberprüfung

Nach Ablauf der Vorentscheid-Phase werden die Ergebnisse der Laufzettel durch die Organisierenden in das Onlineportal übertragen. Die Teilnehmenden haben binnen einer Stunde nach Beendigung des Vorentscheids die Möglichkeit, Verstöße gemäß 6. Regelverstöße zu melden bzw. bei Verdachtsfällen eine Stellungnahme abzugeben. Im Falle eines anerkannten Regelverstoßes durch die Wettkampfleitung werden alle Punkte aus dem Vorentscheid annulliert. Zudem können je nach Schwere des Verstoßes weitere Maßnahmen gemäß 6.2 Ahndung bei Regelverstößen folgen.

8.5 Top 6-Finale

Anhand der Gesamtpunktzahl aus dem Saisonergebnis (etwa 62 Prozent) zusammen mit dem Ergebnis aus dem Vorentscheid (etwa 38 Prozent) ziehen die jeweils sechs Bestplatzierten der 1. & 2. Ligen in das Top 6-Finale. Ein Halbfinale für die Top 20 der ersten Liga wird angestrebt.

8.5.1 Besichtigung

Vor dem Start des Top 6-Finales wird den Finalist*innen eine Besichtigungszeit von zwei Minuten je Boulder eingeräumt. Dabei können sie Fragen an die Routensetter*innen stellen und werden über mögliche verbotene Wandbereiche informiert (vgl. 2. Routenbau). Während der Besichtigung dürfen nur die markierten Startgriffe berührt werden, wobei mindestens ein Körperteil auf dem Boden verbleiben muss. Verstöße können mit Ausschluss einer Flash-Wertung, Aberkennung der Wertung am betreffenden Boulder oder der Disqualifikation vom Top 6-Finale geahndet werden.

8.5.2 Ablauf je Boulder

Die Finalist*innen starten in der umgekehrten Reihenfolge ihres Finaleinzuges (Platz 6 bis Platz 1) nacheinander an jedem Boulder. Jede teilnehmende Person hat pro Boulder eine individuelle Zeit von 4 Minuten, in der beliebig viele Versuche unternommen werden dürfen. Als Flash-Wertung zählt ausschließlich eine erfolgreiche Begehung im ersten Versuch. Läuft die Zeit ab, endet der Versuch unmittelbar – auch wenn die Person sich noch an der Wand befindet. Zwischen den Teilnehmenden gibt es eine Transitionszeit von 15 bis 30 Sekunden. Sind alle Finalist*innen an Boulder 1 durch, wird Boulder 2 im gleichen Modus bestritten. Vor und nach ihren Versuchen befinden sich die Teilnehmenden in der Isolation. Ein Austausch über die Boulder ist nicht gestattet.

8.5.3 Regelverstöße

Bei Regelverstößen entscheidet im Einzelfall das zuständige Schiedsgericht über eine eventuelle Maßnahme, Punktabzug oder Disqualifikation, die sich an der Schwere des Verstoßes bemisst. Regelverstöße sind u. A.:

1. falsch eingenommene Startposition,

2. Behinderung anderer Teilnehmender,

3. unsportliches Verhalten.

8.5.4 Wertungen und Endergebnis

Im Top 6-Finale und Top 20-Halbfinale werden keine Punkte vergeben. Die Platzierung ergibt sich ausschließlich aus den folgenden Kriterien in der angegebenen Reihenfolge: Zunächst entscheidet die Anzahl der Tops, bei Gleichstand die Anzahl der Zonen. Ist auch hier keine Differenzierung möglich, entscheidet die geringere Anzahl der Versuche zum Top, danach die geringere Anzahl der Versuche zur Zone. Als letztes Kriterium gilt die bessere Platzierung aus der Vorrunde. Sind alle Kriterien ausgeschöpft, erzielen die betroffenen Teilnehmenden dieselbe Platzierung.

9. Abweichung während laufender Saison

Nicht alle möglichen Situationen lassen sich hier abdecken. Es gibt Ereignisse, die eine Änderung im Regelwerk bzw. eine Abweichung vom Regelwerk trotz bester Planung auch während einer laufenden Saison nötig machen. Die Organisierenden der Boulder Bundesliga behalten sich vor, in solchen ungeregelten Situationen Änderungen und Abweichungen intensiv zu prüfen und umzusetzen, sofern erforderlich.

10. Regionalliga

Die Techniker Boulder Regionalliga wird regional organisiert und folgt in Bezug auf Routenbau, Boulderbegehung, Wertung, Wettkampfleitung und Regelverstöße denselben Regeln wie die Boulder Bundesliga (vgl. Abschnitte 2–6).

10.1 Saison

Eine Regionalliga-Saison findet in einem Zeitraum von bis zu 8 Wochen statt und besteht aus 4–5 Stationen mit einer Laufzeit von jeweils 5 Wochen. Änderungen beim Zeitraum oder der Anzahl der Stationen sind nur in Ausnahmefällen möglich und werden zeitnah kommuniziert. Es gibt kein Streichergebnis – alle Stationsergebnisse fließen in die Gesamtwertung ein.

10.2 Startklassen

Gestartet werden kann in den Klassen Relax (Einsteiger) und Power (Fortgeschrittene). Pro Station gibt es 15 Boulder je Startklasse. Eine Kids-Wertung mit 10 Bouldern je Klasse wird angestrebt.

10.3 Auf- und Abstieg

Die zehn Bestplatzierten der Relax-Wertung steigen zur nächsten Saison zwingend in die Power-Wertung auf. Ein Wechsel von Power zurück in die Relax-Wertung ist nach einer absolvierten Saison in der Power-Wertung auf Wunsch möglich.

10.4 Ergebniserfassung

Die Ergebniserfassung erfolgt über die BoBuLi App oder die Web-App unter https://boulder-bundesliga-app.web.app. Dabei ist der entsprechende Regionalliga-Wettkampf auf der Startseite auszuwählen. Es gelten dieselben Fristen wie in der Boulder Bundesliga (vgl. 5.1 Zeitraum).

10.5 Multiplikator

Der Multiplikator wird nach demselben Verfahren berechnet wie in der Boulder Bundesliga (vgl. 7.1 Multiplikator), getrennt für jede Startklasse.

10.6 Finale

Alle Teilnehmenden einer Regionalliga-Saison sind für das Finale qualifiziert. Die 10 Boulder der Finalstation zählen doppelt und werden zur Gesamtpunktzahl der Saison addiert.

Das Finale wird im Session-Modus ausgetragen. Sechs Teilnehmende sind gleichzeitig vor der Wand. Vor dem Start der gemeinsamen Zeit hat jede teilnehmende Person einen Flash-Versuch. Pro erfolgreichem Flash-Versuch werden 2 Minuten von der Gesamtzeit abgezogen. Nach Abschluss aller Flash-Versuche beginnt die gemeinsame Zeit von 12 Minuten. Die Teilnehmenden starten abwechselnd, sind jedoch alle gleichzeitig vor der Wand aktiv. Läuft die Zeit ab, wird die laufende Runde noch beendet, sodass alle Teilnehmenden die gleiche Anzahl an Versuchen erhalten. Genaue Informationen zu Zeiten und Ablauf werden vor Ort bekanntgegeben.

11. Deutschland Cup

Der Deutschland Cup (DC) ist eine eigenständige Wettkampfreihe ohne Auswirkungen auf das Ranking der Boulder Bundesliga. Er findet als Tageswettkampf an ausgewählten BBL-Stationen statt und richtet sich an die stärksten Teilnehmenden Deutschlands sowie internationale Gäste. Eine Teilnahme am DC und an der Boulder Bundesliga am selben Tag ist möglich. Eine Voranmeldung ist nicht erforderlich – der DC ist für alle offen.

11.1 Qualifikation

Die Qualifikation findet an 5 Bouldern statt, die getrennt für Damen und Herren ausgetragen werden. Über einen mehrstündigen Zeitraum – in der Regel von 10 bis 17 Uhr – haben alle Teilnehmenden die Möglichkeit, sich an diesen Bouldern für das Top 6-Finale zu qualifizieren. Die Ergebnisse werden in einem eigenen DC-Wettkampf in der BoBuLi App eingetragen. Die Wertung der Qualifikationsboulder entspricht den Bestimmungen der Boulder Bundesliga (vgl. 4. Boulderwertung).

11.2 Isolation

Die Isolation schließt spätestens 10 Minuten nach Ende des Qualifikationszeitraums. Teilnehmende, die sich für das Top 6-Finale qualifiziert haben, begeben sich in die Isolation.

11.3 Top 6-Finale

Die jeweils sechs Bestplatzierten der Damen- und der Herrenwertung ziehen in das Top 6-Finale ein. Das Finale wird an 3 oder 4 Bouldern im Finalmodus der Boulder Bundesliga ausgetragen (vgl. 8.5). Es gelten die Regeln der Boulder Bundesliga.

11.4 Gesamtwertung

Über alle DC-Stationen einer Saison wird eine Gesamtwertung geführt, getrennt für Damen und Herren. Die genaue Berechnung der Gesamtpunktzahl wird gesondert festgelegt und kommuniziert.